I am back & Eventfotografie // Marsimoto
Hey Leute!
Das hier ist der erste Blogeintrag nach einem Monat und 3 Tagen. Auf die Gefahr hin, uns dadurch treue Leser verkrault zu haben melden wir uns aber wieder zurück.
Warum das ganze? Naja, die letzten zwei Monate waren etwas turbulent. Bei mir persönlich stand ein Studienwechsel an, damit verbunden seit Anfang Mai ein Praktikum, das momentan noch andauert. Im Herbst geht es dann für 6 Monate in ein überaus interessantes Praktikum als Mediengestalter (Bild & Ton) bei einem sehr großen Fotostudio im Automobilbereich.
Jetzt fragt man sich, “Aber während dessen kann man doch trotzdem bloggen?!” Ja sicherlich, das könnte man…
Meiner Meinung hat das viel mit Bequemlichkeit, Zeitmanagement und Lust & Laune zu tun. Ich kenne viele Kollegen, die ununterbrochen seit Jahren täglich etwas aus ihrem Leben posten, andere nur ganz sporadisch, wann sie Lust dazu haben. Dazu kommt, dass ich in letzter Zeit ständig auftragsbezogenen Medienkontent produziert habe, der nicht für die Veröffentlichung gedacht ist, oder ich mich nicht mit eigenen Lorbeeren zu persönlichen Werbezwecken schmücken kann.
Heute Abend ist mir allerdings ganz spontan danach und ich habe gerade den Kopf frei.
Dafür habe ich mal wieder in meiner Terabyte Landschaft gewühlt, und dieses mal Fotos aus dem Event- & Konzertbereich mitgebracht.
Eventfotografie hat sich über die Jahre hinweg zu einem meiner Kernkompetenzen entwickelt. Es gibt für mich kaum einen so reizvollen Teil der dokumentarischen Fotografie, wie Events. Menschen, die in Ekstase zu Zehntausenden feiern, Lichter, die wild über das Publikum schwenken, wummernde Bässe, die die Massen in Bewegung halten…
Dabei arbeite ich am Liebsten auf Events der elektronischen Musikszene.
Am 23.03.12 war in der halle_02 in Heidelberg ein Künstler zu Gast, bei dem Hip-Hop / Rap mit fetten, schweren elektronischen Beats zu einer Einheit verschmelzen. Marsimoto a.k.a Marteria a.k.a Marten Laciny war mit seiner Grüner Samt Tour zu Gast in der Hip-Hop Hauptstadt Deutschlands. Bei “Lehrern” wie Torch & Tony L, Advanced Chemistry und nicht zu vergessen den Stieber Twins, ist Heidelberg für jeden Künstler des Genres sicher etwas besonderes.
Und dieses Konzert konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Also: 2 Kameras umgeschnallt, eins mit 70-200er Tele, das andere abwechselnd mit 50mm f1.4 und 16-35 Superweitwinkel bestückt.
Im Fotografengraben direkt vor der Bühne durfte man, wie so oft üblich, nur die ersten paar Songs fotografieren. Anschließend nur noch von der Seite und vom Publikum aus.
Getreu dem Motto “Grüner Samt” (wer sich an dieser Stelle fragt, was genau damit gemeint ist, und in welchem namentlichen Zusammenhang der Albumtitel steht, dem sei eine kurze Recherche empfohlen. Oder das Video am Ende des Blogeintrags
) war die Bühne fast die gesamte Show über in ein sattes Grün getaucht. Das erschwert natürlich die Bedingungen zu fotografieren, weil ein normaler Weißabgleich kaum möglich ist. Fast alle Bilder sind daher in komplett manuellen Einstellungen entstanden.
Normalerweise gebe ich eine Blende (oft die lichtstärkste) vor, und die Zeit wird automatisch geregelt (bei Canon: Modus AV). Aber gerade bei den hier eingesetzten Blendern (helle, spontan aufleuchtende Scheinwerfer), kommt die Belichtungsmessung der Kamera total durcheinander und man erhält nur überbelichtete Fotos. Dann hilft eine manuelle Einstellung. Üblich in so einer Situation sind beispielsweise ISO 1250 – 2500, Blende 2.8 – 4.0, Zeit 1/100 – 1/200. Passt es nicht ganz, muss man meistens lediglich an der Zeit drehen.
Das hier ist Dead Rabbit, ein DJ und Producer, der als Vorgruppe aufgetreten ist.
Kurz danach ging dann das Konzert richtig los und Marten betrat die Bühne.
Die Menge zelebriert die Songs und geht im Beat mit.
Grün ist wohl an diesem Abend “in” gewesen
Nein, ehrlich. Wer nicht in grün kam, hat was falsch gemacht. Das Color Key bietet sich hier wirklich an. Einfach in Lightroom alle Sättigungsregler, bis auf Grün verringern, oder bis auf 0 absenken.
Vom FOH (Front of House, oder einfacher: dort, wo die ganze teure Technik wie Mischpulte usw. stehen) aus konnte ich dann mit dem Teleobjektiv richtig Gas geben. Der Bildausschnitt hat genau gepasst, dass alle 3 Artists drauf sind.
“Leute, sagt mir, wer sind die coolsten? Keine Ahnung? Ich sag’s euch, Indianer!” (kurzer Ausschnitt aus dem Song…
) Indianer war einer der letzten Songs, auch hier wieder voller Support vom Publikum!
…wisst ihr, was ich mit den Blendern meine? Plötzlich alles hell. Man muss jetzt nur noch den richtigen Moment erwischen, aber das ist Übungssache. Wenn man weiß, oder abschätzen kann, wo im Song vielleicht ein Highlight, oder ein Drop-in ist, kommen oft Blender zum Einsatz, um den Effekt der Show zu verstärken.
Vielleicht kennt der ein oder andere diesen grünen Pulli-Träger. Paul Ripke, Werbefotograf aus Hamburg, ist bei Marten bei sehr vielen Konzerten natürlich mit dabei. Seit einem Splash Festival vor vielen Jahren gehen die beiden gemeinsame Wege, was man auch an der Tatsache erkennt, dass er praktisch alle Label-Fotos für Marten erledigt.
Paul und ich haben uns schon mehrfach getroffen. Nach dem Konzert hatte er dann noch schnell zwei Minuten Zeit für ein Foto. Diesmal war Paul nicht zum Fotografieren oder Filmen da. Lediglich die kleine, unscheinbare Leica M9 war mit im Gepäck.
Wer noch einen weiteren Eindruck von Marsimoto, seiner Musik und den echt krassen Konzerten mitbekommen will, kann sich hier das Video vom Album Relase im Lido in Berlin anschauen:






















Juli 10th, 2012 at 8:37 pm
Schöne Serie. Ich war damals unter fast denselben “Bedingungen” in Saarbrücken auf dem Konzert. Interressant wie sich da die Bilder ähneln … http://henrikheigl.de/wp3/portfolio/events/ Nur Paul war nicht in Saarbrücken und hat währenddessen wohl für IWTWFR auf seinem Pferd gesessen. Wie dem auch sein, schön die Bilder eines Kollegen zu sehen. Enjoy.