CarRig-Shooting // Die Technik dahinter

Heute zeige ich euch etwas, was ich bisher auch zum ersten Mal probiert habe.

Letzte Woche waren wir in Walldorf auf dem obersten Parkdeck von IKEA mit einem BMW 320d unterwegs, um ein Car Shooting zu machen.

Vielleicht kennt ihr diese tollen Aufnahmen von Autos, bei denen das Auto selbst knackscharf ist, der Hintergrund bzw. alles außenherum total dynamisch verwischt ist?
Dafür macht man sich folgenden Effekt zu nutze:
Die Kamera nimmt eine Langzeitbelichtung auf und behält dabei stets den gleichen Abstand zum Objekt (= Auto) bei. Wenn ich von Langzeitbelichtungen spreche, meine ich Größenordnungen zwischen 0,5 – 2 Sekunden. Aber mehr dazu später ;)

Das kann man jetzt auf 2 wesentliche Methoden hinbekommen:
Entweder man fährt mit zwei Autos – eines, in dem der Fotograf sitzt und vorausfährt, und eines, was hinterherfährt und fotografiert werden soll. Am besten nimmt man einen Kombi oder Van, aus dem man vielleicht sogar mit offener Tür oder Heckklappe fotografieren kann. Hier läuft man aber schnell Gefahr, den konstanten Abstand zu verändern, vom Verwackeln mal garnicht zu sprechen.
Die gängige Variante ist ein Rig. Ein Rig ist eine Konstruktion, die man am Auto befestigt und die Kamera trägt. Üblicherweise befestigt man diese bei kleinen Rigs mit Saughebern am Auto. Damit lässt sich eine stabile und vibrationsarme Konstruktion realisieren, wenn man die richtigen Komponenten einsetzt.
Nachteile der Konstruktion sind allerdings der hohe Preis, die aufwendige Montage, die niedrige Einsatzgeschwindigkeit beim Fotografieren und natürlich das gewisse Restrisiko, dass sich so ein Saugheber mal lösen könnte und das teure Equipment abstürzt.

Der Vollständigkeit wegen möchte ich auch diese Lösung aufführen. Professionelle Rigs werden von den Größen der Automobilfotografie eingesetzt und eliminieren einen Großteil der (oben genannten) Nachteile. So sieht das dann aus:

Beschränken wir uns aber auf die Lösung, die für die meisten Leser noch erschwinglich wäre – die, die wir an dem Tag benutzt haben.
An dem Tag waren wir als Team unterwegs, das sich aus dem Peoplefotografen und Kollegen Tobias Bojko und dem Fotografen Chris Herb zusammensetzt.

Also wurde alles montiert und getestet, ob das Rig unser Equipment trägt.

Apropos Equipment, ihr wollt wissen, was wir eingesetzt haben?

  • Kameras: EOS 5D Mark II am Rig & EOS 1Dx (jahaaa, ganz neu!) um unser Making-Of zu filmen, dazu diverse Objektive
  • Alu Trussing (Einpunkt Traverse), findet man im Veranstaltungsbereich als Standard-Tragkonstruktion für Bühnen, etc.
  • Manfrotto MA 244N Magic Arm
  • Manfrotto 035 Super Clamp
  • Manfrotto 241FB Saugheber mit flacher Basis
  • Manfrotto 322RC2 Kugelkopf mit Schnellverschluss

Ein letzter, prüfender und skeptischer Blick von Tobias und dann geht’s auch schon los :P Eingesetzt wurde hier das EF 14mm f2.8 L USM II, später wurde auf das EF 24-105 f4.0 L IS USM gewechselt.

Als ich weiter oben von langen Belichtungszeiten gesprochen habe, hat das natürlich den Zweck, den verwaschenen, dynamischen Effekt zu erzeugen. Dafür muss das Auto garnicht mal schnell sein, im Gegenteil, es wird geschoben! Man könnte auch im Standgas ganz langsam rollen, aber unser Test hat das bestätigt, was ich zuvor auch oftmals gelesen hatte – die Vibrationen durch den Motor sind zu stark. Also müssen Chris und Tobias zum Schieben herhalten ;) Ausgelöst wurden die Fotos von einem Selbstauslöser mit Zeitsteuerung. Im 2 Sekunden Abstand werden fortlaufend Fotos gemacht, bis der Parkplatz zu Ende war.

Wie ihr seht, war das Wetter an diesem Tag ideal. Ein paar Wolken und Sonne satt. Das hat aber auch zur Folge, dass selbst bei ISO 100 die Belichtungszeit nicht lang genug wird. Also haben wir ND-Filter (Graufilter) auf das Objektiv geschraubt, um weniger Licht zum Sensor dringen zu lassen.

Nach der ersten Perspektive auf dem Dach haben wir das Rig auf die Motorhaube umgebaut. Dadurch kommen wir tiefer und der Blickwinkel ist jetzt weiter von vorne. Vom Schieben sind noch Fingerabdrücke auf der Motorhaube, zwischendurch muss man also ständig putzen!

Was man auch IMMER! im Auge behalten sollte, ist die Stärke des Vakuums unter den Saughebern. Dazu bieten die Manfrotto Saugheber zwar keine 100%ige Sicherheit, aber einen guten Indikator. Auf den blauben Pumpzylindern ist ein roter Ring. Wenn dieser beim Vakuum sichtbar wird, sinkt der Unterdruck und man sollte schleunigst nachpumpen. Also immer mal wieder drüberschauen!

Nach diesen Aufnahmen haben wir zusammengeräumt und sind direkt zurück ins Studio gefahren, wo Tobias sich an die Post-Production gesetzt hat. Natürlich ist bei den Aufnahmen das Rig mit im Bild, was es zunächst zu entfernen gilt. Die Retouche ist je nach Kenntnisse in Photoshop und den mächtigen Werkzeugen mehr oder weniger aufwändig. Für geübte Nutzer sollte dieser Schritt in etwa einer Stunde oder weniger erledigt sein.

Es gibt noch einige Hinweise und nützliche Tipps im Umgang mit so einem Rig.
Aus Stabilitätsgründen sollte die befestige Masse so gering wie möglich gehalten werden. Daher kommen Stangen aus Aluminium, besser aber aus Carbonfasern zum Einsatz, aber das ist eine Kostenfrage. Unsere Lösung aus Aluminium in 4 bzw. 5m Länge kostet inklusive Befestigungsmaterial etwa 500€.
Bei den Saughebern sollte man tunlichst darauf achten, dass die Oberfläche fettfrei und absolut sauber ist, d.h. Glasreiniger oder Universalreiniger mitnehmen!
Das Anbringen kann bauartbedingt meistens nur auf (nahezu) ebenen Flächen erfolgen, was gerade bei modernen Autos mit geschwungenen Formen schwer werden kann.
Beim Entfernen der Saugheber kann es zu unschönen Rändern auf dem Lack kommen, die allerdings in den allermeisten Fällen ohne Probleme zu entfernen sind. Diese kommen vom Talk Pulver, das noch von der Produktion auf dem Gummi vorhanden ist.
Ruckartige Bewegungen, wie Gas geben oder Bremsen sollte man vermeiden, da schlagartig das Vakuum abreißen kann (daher auch Schieben!)
Ungleiche / ungünstige Gewichtsverteilung kann leicht Beulen ins Blech drücken.
Hat man Sportwagen mit Carbon-Karosserie oder Plexiglas Scheiben, muss man besonders vorsichtig sein. Plexiglas Scheiben bekommen irreparabel Ränder.

So, genug gepredigt, was man alles nicht machen soll :P

Ihr wollt sicher Ergebnisse sehen:

Dazu hat Tobias auf seinem Blog auch nochmal einen eigenen Artikel geschrieben.

Dafür, dass wir das zum ersten Mal ausprobiert haben, sind wir mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden ;)
Aber ich habe schon wieder neue Ideen, was man verbessern und ändern könnte – auch, um die Stabilität zu erhöhen und die Befestitung zu optimieren.

Wenn das Wetter mitspielt, gibt es bald mehr davon zu sehen, auch mit etwas außergewöhnlicheren Autos!

Hier seht ihr abschließend noch unser Making-Of Video! Auch wenn es vielleicht etwas länger ist, empfehle ich euch, es ganz zu schauen, da wir zwischendrin immer wieder ein paar lustige Aktionen dabei haben, oder etwas erklären. Viel Spaß dabei und bis bald! :)

 

Neues Spielzeug – Teil 1

Hey Leute,

Eigentlich wollte ich den Artikel schon längst geschrieben haben, aber Vodafone hat mir beinahe das gesamte Wochenende die Nerven geraubt. Da verkaufen die so proprietäres Zeug namens LTE (“…this is LTE, they said. It’s going to be fast and stable they said!” :D ) und dann hat man ständig Empfangsabbrüche und Ausfälle am Sendemast…
Aktuell habe ich vor, einmal die Woche einen Artikel zu posten…

Naja, auf jeden Fall weile ich jetzt wieder unter den “Lebenden” und bin froh gestern einen Anruf erhalten zu haben, über den ich mich seeeeehr gefreut habe und auf den ich schon seit Monaten gewartet habe!

Der Anruf kam aus Frankfurt, besser gesagt von GM-Foto (Taunusstraße, nahe Hauptbahnhof). Dieses Canon Professional certified / CPS Fachgeschäft kann ich euch wärmstens empfehlen! Die Preise sind vielleicht nicht immer auf Amazon-Niveau, aber hier bekommt man sehr kompetente Beratung und schnelle (, garantierte) Lieferungen!
Also bin ich gestern spontan nach FFM gefahren, um das “Spielzeug” abzuholen.

Heute habe ich mit 2 Fotokollegen direkt den ersten Einsatz damit erledigt. Wir haben das erste mal ein Rig-Shooting ausprobiert. Rig-Shooting? Ein Rig ist ein Auf- oder Anbau, den man beispielsweise an Fahrzeuge montieren kann, um besondere Aufnahmen zu machen. Dabei behält die Kamera immer den gleichen Abstand zum Objekt (= Auto) bei, was bei einem bewegten Objekt, also während der Fahrt tolle, dynmaische Effekte gibt, bei gleichzeitiger maximaler Schärfe am Objekt selbst! Aber mehr dazu in den nächsten Tagen ;)

Die 1Dx habe ich heute benutzt, um das Making-Of Video zu drehen. Neu hinzugekommen ist seit der 1Dx ein neuer Video-Codec, der eine etwa um den Faktor 4 geringere Kompression aufweist, das heißt, die Bitrate ist wesentlich höher, man erhält mehr Details, Schärfe, usw. Das hat dazu beigetragen, dass die erste 16GB Speicherkarte bereits nach etwa 15 Minuten voll war! :O

Hier ist das Monstrum mit dem EF 70-200mm f/2.8 L IS USM II:

Ebenfalls in den kommenden Tagen werde ich einen Test veröffentlichen, in dem ich unter anderem verschiedene Motive bei verschiedenen ISO-Werten zeigen werde (jaaaa, die High-ISO Tauglichkeit ist so hervorragend wie angekündigt!).

Gestern habe ich schon ein erstes Foto bei extrem hohen ISO 51200 gemacht und mit Lightroom entrauscht. Wie unglaublich brauchbar das ganze aussieht, könnt ihr hier bestätigt sehen:

http://www.flickr.com/photos/riconowara/7538329924/in/photostream/lightbox/

Ich werde jedenfalls in den nächsten Tagen VIEEEEEL ausprobieren und testen und euch damit auf dem Laufenden halten….die Kamera ist der Wahnsinn!

 

 

I am back & Eventfotografie // Marsimoto

Hey Leute!

Das hier ist der erste Blogeintrag nach einem Monat und 3 Tagen. Auf die Gefahr hin, uns dadurch treue Leser verkrault zu haben melden wir uns aber wieder zurück.
Warum das ganze? Naja, die letzten zwei Monate waren etwas turbulent. Bei mir persönlich stand ein Studienwechsel an, damit verbunden seit Anfang Mai ein Praktikum, das momentan noch andauert. Im Herbst geht es dann für 6 Monate in ein überaus interessantes Praktikum als Mediengestalter (Bild & Ton) bei einem sehr großen Fotostudio im Automobilbereich.

Jetzt fragt man sich, “Aber während dessen kann man doch trotzdem bloggen?!” Ja sicherlich, das könnte man…
Meiner Meinung hat das viel mit Bequemlichkeit, Zeitmanagement und Lust & Laune zu tun. Ich kenne viele Kollegen, die ununterbrochen seit Jahren täglich etwas aus ihrem Leben posten, andere nur ganz sporadisch, wann sie Lust dazu haben. Dazu kommt, dass ich in letzter Zeit ständig auftragsbezogenen Medienkontent produziert habe, der nicht für die Veröffentlichung gedacht ist, oder ich mich nicht mit eigenen Lorbeeren zu persönlichen Werbezwecken schmücken kann.
Heute Abend ist mir allerdings ganz spontan danach und ich habe gerade den Kopf frei.

Dafür habe ich mal wieder in meiner Terabyte Landschaft gewühlt, und dieses mal Fotos aus dem Event- & Konzertbereich mitgebracht.
Eventfotografie hat sich über die Jahre hinweg zu einem meiner Kernkompetenzen entwickelt. Es gibt für mich kaum einen so reizvollen Teil der dokumentarischen Fotografie, wie Events. Menschen, die in Ekstase zu Zehntausenden feiern, Lichter, die wild über das Publikum schwenken, wummernde Bässe, die die Massen in Bewegung halten…
Dabei arbeite ich am Liebsten auf Events der elektronischen Musikszene.

Am 23.03.12 war in der halle_02 in Heidelberg ein Künstler zu Gast, bei dem Hip-Hop / Rap mit fetten, schweren elektronischen Beats zu einer Einheit verschmelzen. Marsimoto a.k.a Marteria a.k.a Marten Laciny war mit seiner Grüner Samt Tour zu Gast in der Hip-Hop Hauptstadt Deutschlands. Bei “Lehrern” wie Torch & Tony L, Advanced Chemistry und nicht zu vergessen den Stieber Twins, ist Heidelberg für jeden Künstler des Genres sicher etwas besonderes.

Und dieses Konzert konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Also: 2 Kameras umgeschnallt, eins mit 70-200er Tele, das andere abwechselnd mit 50mm f1.4 und 16-35 Superweitwinkel bestückt.

Im Fotografengraben direkt vor der Bühne durfte man, wie so oft üblich, nur die ersten paar Songs fotografieren. Anschließend nur noch von der Seite und vom Publikum aus.

Getreu dem Motto “Grüner Samt” (wer sich an dieser Stelle fragt, was genau damit gemeint ist, und in welchem namentlichen Zusammenhang der Albumtitel steht, dem sei eine kurze Recherche empfohlen. Oder das Video am Ende des Blogeintrags ;) ) war die Bühne fast die gesamte Show über in ein sattes Grün getaucht. Das erschwert natürlich die Bedingungen zu fotografieren, weil ein normaler Weißabgleich kaum möglich ist. Fast alle Bilder sind daher in komplett manuellen Einstellungen entstanden.

Normalerweise gebe ich eine Blende (oft die lichtstärkste) vor, und die Zeit wird automatisch geregelt (bei Canon: Modus AV). Aber gerade bei den hier eingesetzten Blendern (helle, spontan aufleuchtende Scheinwerfer), kommt die Belichtungsmessung der Kamera total durcheinander und man erhält nur überbelichtete Fotos. Dann hilft eine manuelle Einstellung. Üblich in so einer Situation sind beispielsweise ISO 1250 – 2500, Blende 2.8 – 4.0, Zeit 1/100 – 1/200. Passt es nicht ganz, muss man meistens lediglich an der Zeit drehen.

Das hier ist Dead Rabbit, ein DJ und Producer, der als Vorgruppe aufgetreten ist.

Kurz danach ging dann das Konzert richtig los und Marten betrat die Bühne.

Die Menge zelebriert die Songs und geht im Beat mit.

Grün ist wohl an diesem Abend “in” gewesen :P Nein, ehrlich. Wer nicht in grün kam, hat was falsch gemacht. Das Color Key bietet sich hier wirklich an. Einfach in Lightroom alle Sättigungsregler, bis auf Grün verringern, oder bis auf 0 absenken.

Vom FOH (Front of House, oder einfacher: dort, wo die ganze teure Technik wie Mischpulte usw. stehen) aus konnte ich dann mit dem Teleobjektiv richtig Gas geben. Der Bildausschnitt hat genau gepasst, dass alle 3 Artists drauf sind.

“Leute, sagt mir, wer sind die coolsten? Keine Ahnung? Ich sag’s euch, Indianer!” (kurzer Ausschnitt aus dem Song… ;) ) Indianer war einer der letzten Songs, auch hier wieder voller Support vom Publikum!

…wisst ihr, was ich mit den Blendern meine? Plötzlich alles hell. Man muss jetzt nur noch den richtigen Moment erwischen, aber das ist Übungssache. Wenn man weiß, oder abschätzen kann, wo im Song vielleicht ein Highlight, oder ein Drop-in ist, kommen oft Blender zum Einsatz, um den Effekt der Show zu verstärken.

Vielleicht kennt der ein oder andere diesen grünen Pulli-Träger. Paul Ripke, Werbefotograf aus Hamburg, ist bei Marten bei sehr vielen Konzerten natürlich mit dabei. Seit einem Splash Festival vor vielen Jahren gehen die beiden gemeinsame Wege, was man auch an der Tatsache erkennt, dass er praktisch alle Label-Fotos für Marten erledigt.

Paul und ich haben uns schon mehrfach getroffen. Nach dem Konzert hatte er dann noch schnell zwei Minuten Zeit für ein Foto. Diesmal war Paul nicht zum Fotografieren oder Filmen da. Lediglich die kleine, unscheinbare Leica M9 war mit im Gepäck.

Wer noch einen weiteren Eindruck von Marsimoto, seiner Musik und den echt krassen Konzerten mitbekommen will, kann sich hier das Video vom Album Relase im Lido in Berlin anschauen:


 

24h – 24 Fotos // Donnerstag

N’abend!

Ich melde mich auch mal wieder. Am vergangenen Wochenende war ich, wie ihr alle wisst, am Nürburgring in der Eifel bei dem wohl größten Motorsportereignis der Welt! Dem 40. Zürich ADAC 24h Rennen (…um den absolut korrekten Titel zu verwenden ;) )

Für mich war es das erste 24h Rennen. Ich wusste zwar, dass es stark wird, aber die Eindrücke waren dermaßen überwältigend, dass ich auf jeden Fall 2013 wiederkommen werde! Verglichen mit anderen Rennserien, wie der DTM oder Formel 1 ist das, was man an einem Rennwochenende geboten bekommt schier unglaublich. Die Rahmenveranstaltungen sind sehr gut, z.B. gibt es vom Reifenhersteller Falken eine Drift-Show der Extraklasse, mit dabei die “verrückten Holländer” in den bekannten grün-blauen Drift-Monstern. Und natürlich das Rennen an sich ist einzigartig!

Ich hatte mir extra für das Wochenende eine EOS 1D Mark IV gemietet, die mit 10 Bildern/s und einem sehr schnellen Autofokus das ideale Werkzeug für Motorsportfotografie darstellt. Ich hatte jedoch nicht gedacht, dass ich dermaßen viel am Fotografieren bin…
An vier Tagen war ich fast durchgängig mindestens 8-9 Stunden mit der Kamera in der Hand unterwegs entlang der Nordschleife und dem GP-Kurs. Am Ende waren es aberwitzige 6700 Fotos, 163 Gigabyte (!) um genau zu sein! Gestern hab ich es endlich geschafft, alle auszusortieren und die Bildmenge auf das zu reduzieren, was ich letztendlich auch verwenden oder bearbeiten kann.

Hierfür habe ich auf meiner Facebookseite Alben erstellt. Und da niemand Lust hat, 200 und mehr Fotos durchzusehen, reduziere ich das ganze etwas… auf 24 Bilder pro Tag um genau zu sein. Daher gibt es jetzt täglich bis Sonntag eine Bildergalerie “24h – 24 Fotos” des jeweiligen Renntags, und da heute Donnerstag ist, fangen wir doch gleich mit dem Tag an!

Hier präsentiere ich euch eine kleine Auswahl davon, wer gerne alle sehen möchte, der kann die Bilder auf meiner Seite anschauen. Über ein kleinen und unkomplizierten Klick auf “gefällt mir” würde ich mich sehr freuen! ;)

Teaser // 40. Zürich ADAC 24h Rennen am Nürburgring

Liebe Freunde des Motorsports,

in diesen Tagen findet das wohl größte Motorsportevent der Welt wieder in der Eifel am Nürburgring statt.

Ich bin zu diesem Event das erste Mal vertreten und freue mich riesig darauf! Das Wetter hätte nicht “besser” sein können…. gestern hat es gehagelt und sogar geschneit (!), die Temperaturen schwanken zwischen 3-8°C, und für das Wochenende sind heftige Regenschauer und Unwetter gemeldet. Holt also die Liegestühle und die Sonnencreme raus!
Da hoffe ich doch, dass die Zeltplätze heil bleiben und die Fahrer nicht allzu viel Probleme bekommen…

Hier findet iht alle aktuellen Infos, alle notwendigen News für die Anreise und den Aufenthalt. So beispielsweise auch den Zeitplan. Es gibt zahlreiche Seiten für den Livestream, ansonsten überträgt Sport1 mehrmals am Tag live vom Ring.

Letzte Woche, als ich noch die Phase One ausgeliehen hatte, war ich ja in Köln unterwegs. Auf dem Heimweg bin ich am Nürburgring vorbeigefahren und habe ein paar Eindrücke an der Strecke fotografiert:

Dieses Tor steht entlang der Döttinger Höhe, der mehr als 3km langen Geraden am Ende der Runde. Direkt gegenüber ist die wohl berühmteste Tankstelle der Region, an der man zwangsläufig bei der Anreise vorbeikommt ;)

Bei Streckenkilometer 16 befindet sich der Abschnitt Brünnchen. Diese Links- / Rechts-Kombination hat es in sich, da die Strecke stark geneigt ist. Das bringt Lastwechsel beim Anbremsen mit sich. In Kombination mit dem oft nassen Eifelwetter ist das eine Stelle, an der man bei Unachtsamkeit schnell in der Botanik, oder gleich in der Leitplanke landet.

Später im Streckenabschnitt liegt der Bereich Pfanzgarten. Schnell um die Linkskurve, dann geht es geschlängelt abwärts, bevor es wieder in eine Rechtskurve weitergeht. Dazwischen müssen die Fahrer geschickt mit Gas und Bremse sein, denn direkt nach einem kleinen Sprung in der Anbremszone folgt eine Senke, in der viele Autos aufsetzen können. Verbremst man sich stark, fliegt man aus der nachfolgenden Kurve!

Letztes Jahr gewann zum fünften Mal das Team um Olaf Manthey. Man sagt ihm nach, dass kaum einer den Ring und seine Tücken so gut kenne wie er. Das Siegerauto, der Porsche GT-3 RSR “überlebte” die 24h mit einem großen Pflaster an der Front, die den Frontspoiler an der Karosserie hielt. Dennoch schaffte er es mit knapp einer Runde Vorsprung als Erster über die Ziellinie zu gehen. Während man auf der IAA dieses Auto in seinem originalen Zustand nach dem Rennen, dreckverschmiert, getaped, und abgesperrt bestaunen konnte, sah man den Porsche auf der Retro Classics in Stuttgart ohne Absperrung und komplett auf Hochglanz poliert. Man konnte sich sogar reinsetzen ;)

Dieses Jahr präsentiert sich Manthey Racing wieder als Geheimfavorit, diesmal aber mit einem neuen Design (Nadelstreifen Schwarz / Weiß) und ohne Werksunterstützung.
Nachher geht es für mich in Richtung Eifel. Der Zeitplan für Donnerstag sieht wie folgt aus:

8:20 – 11:15 Uhr       RCN Nordschleife Leistungsprüfung
8:40 – 9:40 Uhr       British GT Championship GP-Kurs 1. Freies Training
9:55 – 10:55 Uhr      British GT Championship GP-Kurs 2. Freies Training
11:30 – 13:30 Uhr    ADAC 24h-Classic Gesamtstrecke Qualifying
14:30 – 16:00 Uhr   40. ADAC Zurich 24h-Rennen Gesamtstrecke Freies Training
16:30 – 17:30 Uhr   Porsche Carrera Cup Deutschland / Gesamtstrecke Freies Training Renault Clio Cup / MINI
16:30 – 18:00 Uhr   40. ADAC Zurich 24h-Rennen ring°boulevard Autogrammstunde
18:10 – 18:45 Uhr    British GT Championship GP-Kurs Qualifying
19:30 – 23:30 Uhr   40. ADAC Zurich 24h-Rennen Gesamtstrecke 1. Qualifying

Am meisten freue ich mich hierbei auf das Qualifying bis in die Nacht rein! Das bietet ein wahnsinniges Szenario. Leider muss ich heute Nacht dann nochmal nach Hause fahren und bin dann ab morgen Mittag fest bis Sonntag Abend auf der Nordschleife und fotografiere ALLES! ;)
Ich bin gespannt, welche Performance die extra geliehene EOS 1D Mark IV zusammen mit meiner 7D auf der Rennstrecke liefert!

In diesem Sinne, euch allen ein schönes Rennwochenende! Ich werde die Tage wahrscheinlich nicht dazu kommen, euch direkt mit Bildern zu versorgen, aber Sonntag & Montag kommen auf jeden Fall Fotos :P

Frühlingsimpressionen aus dem Rhein-Neckar Gebiet

Der Winter gehört nun endgültig der Vergangenheit an und der Frühling hat mit zweitweise deutlich über 20 Grad Lufttemperatur spürbar die “Kontrolle” übernommen.

Da wird es allerhöchste Zeit, dass ich euch meine Frühjahrsimpressionen zeige, die ich in der näheren Umgebung gemacht habe.

Einen frühen Vorbote der heutigen Bilder hatte ich euch bereits vor einiger Zeit im Artikel “Jesus he knows me” gezeigt. Für die, die das Bild noch nicht gesehen haben gibt es HIER noch einmal den Link dorthin. ;-)

Sonst gibt es zu den Bildern von heute nicht besonders viel zu sagen, da sie glaube ich für sich selbst sprechen…

 

 

 

 

 

Unterwegs in Köln

Hey Leute,
ich bin zurück von meinem verlängerten Wochenende. Nachdem ich in München eher schlechtes Wetter hatte und kaum gute Bilder herausgekommen sind, gab es in Köln gestern Sonnenschein.

Die Phase One IQ180 war natürlich mit dabei. Man muss ja schließlich Pixel-Wahnsinn betreiben :P

Wie schon im letzten Artikel geschrieben, gibt es beim Handling der Kamera einiges zu beachten. Dieses Foto ist bei einer Brennweite von 80mm und einer Blende von 6.3 mit einr 1/80s entstanden, da ist ein Stativ Pflicht! Unschärfe durch geringstes Verwackeln fällt sofort auf.

Das hier ist die 100% Ansicht. Klar ist das Bild bearbeitet und auch etwas geschärft. Wenn man mit so einer Kamera arbeitet, wird man das Bild keinesfalls im Rohzustand belassen. Sehr eindrucksvoll, wo überall Schärfe und Zeichung vorhanden ist!

Dieses Foto kennen bestimmt viele von euch. Seit etwa 2008 beobachtet man in Köln den aus Italien stammenden Trend. Paare schwören sich die Liebe, in dem sie Schlösser an Laternen, Brücken, usw. anbringen und danach den Schlüssel wegwerfen, vorzugsweise ins Wasser. Man schätzt die Anzahl der Schlösser an der Hohenzollernbrücke auf mittlerweile über 60.000, was ein Gewicht von mehreren Tonnen bedeutet. Die 400m lange Brücke hält das natürlich locker aus, aber manche Gitterelemente sind von oben bis unten komplett mit Schlössern behangen. Noch duldet die Deutsche Bahn diesen Brauch.

Aus fotografischer Sicht finde ich dieses Foto zum Test interessant, da man gut die Schärfe, Farben und den Kontrast herausarbeiten kann.

Und auch hier wieder auf 100% herangezoomt. Beeindruckend, für was habe ich eigentlich ein Makro-Objektiv?! :D

Ich habe seit letzten Mittwoch mit der Kamera etwa 300 Bilder aufgenommen. Einige davon präsentiere ich euch in nächster Zeit. Die Motive sind dabei bunt gemischt, auch Studioaufnahmen sind diesmal dabei ;)
Leider muss ich die Kamera morgen wieder zurückgeben. Ein Fazit dazu folgt in Kürze!

 

Auto oder Kamera? Phase One IQ180!

Erinnert ihr euch noch? Vor einigen Wochen war ich in Groß-Gerau auf der Canon CPS Roadshow unterwegs. Dort waren neben Canon auch noch andere High-End Hersteller, wie Hasselblad, Profoto, und auch Phase One vertreten.

Es gibt so ziemlich überall eine Steigerung…
Wer denkt, mit Kameras wie der EOS 5D, der 1D, oder Nikons Pendant D4 wäre das technische und preisliche Ende der Fahnenstange erreicht, der irrt. Es geht noch mehr….viel mehr!
Auf der CPS Roadshow hatte ich ein nettes Gespräch mit den Leuten von Phase One. Daraus hat sich entwickelt, dass ich gerne mal eine Mittelformatkamera leihweise testen würde. Schnell war der Kontakt hersgestellt und so konnte ich absolut unkompliziert am Mittwoch eine Phase One IQ180 entgegennehmen.

Falls euch Phase One nichts sagen sollte, sagt euch vielleicht Hasselblad etwas. Als Mittelformat-Hersteller war Hasselblad im digitalen Bereich lange praktisch “alleine” unterwegs. Klar gab es Hersteller wie Leaf, Mamiya oder andere kleine Konsorten, aber erst Phase One konnte mit einer “Open Source” Lösung richtig auftrumpfen. Das Gehäuse basiert fast komplett auf dem Mamiya 645, kein Wunder, denn Mamiya wurde als Partner für die Entwicklung mit einbezogen. Das Herzstück sind aber die digitalen Rückteile. Die neusten sind die “IQ-Backs”. Diese bieten Auflösungen von 40, 60 und wahnsinnigen 80 Megapixeln.

Genug technische Faszination… wer “braucht” so eine Kamera? Naja, in der Werbebranche schreien viele nach immer mehr Auflösung, Schärfe, Details. Spätestens seit CGI-Techniken ist es praktisch möglich, unendlich hohe Auflösungen zu produzieren, da man vektorbasiert arbeitet. Bei Fotos will man da natürlich versuchen nachzuziehen. Häufig trifft man solche Kameras in großen Fashion-Studios an. Fotografen für die Vogue oder andere Hochglanz-Modemagazine arbeiten oft mit solchen Systeme. Aber auch Architektur-Aufnahmen, Fotos für die Automobilindustrie, oder Landschaften werden damit geschossen.

Mit einer solchen Kamera zu arbeiten, heißt allerdings nicht nur die Kamera in die Hand nehmen und loslegen. Die grobe Bedienung unterscheidet sich zwar kaum von einer DSLR, aber man muss auf einige Dinge achten:
Durch die enorme Auflösung werden selbst kleine Wackler zu Unschärfe und das Bild wird matschig. Daher sollte man immer mit einem ausreichend dimensionierten Stativ arbeiten.
Bauartbedingt sind übliche ISO-Werte etwa 35, 50, 100, bis maximal 200. Alles darüber resultiert in starkem Rauschen, was wiederum aufgrund der hohen Pixelzahl Unschärfe bedeutet. Die Phase One bietet allerdings die Möglichkeit, das Rauschen mit Interpolation zu senken. Dafür werden 4 Pixel zu einem zusammengefasst. Mit einer effektiven Auflösung von 20 Megapixeln kann man dann bis ISO 1600 gehen.

Ich habe seit Mittwoch weit über 150 Fotos mit der Kamera gemacht. Das war eine gute Mischung aus Landschafts-, Objekt- und auch Studiofotografie. Im Studio mit einem Blitz-System, einem Stativ und gleichbleidenden Bedingungen liefert so eine Kamera sowieso die besten Ergebnisse! Dazu bin ich zu einem guten Kollegen ins Studio nach Hockenheim gegangen. Mit viel Platz und einer absolut professionellen Blitzanlage haben wir einige Bilder geshootet.

Wenn er oder ich demnächst zum Retouchieren kommen, präsentiere ich euch die fertigen Bilder natürlich. Aber erstmal habe ich ein Bild vom Vorfeld des Mannheimer Flughafens für euch:

Ich habe nicht schlecht gestaunt, was mann aus der Rohdatei der Phase One alles herausholen kann. Das Bild ist eine Einzelbelichtung, direkt gegen die Sonne fotografiert. Man hat sehr gute Zeichnung im Schatten, und gleichzeitig ist der Himmel nicht überbelichtet. Das lässt sich beispielsweise mit den Reglern “Tiefen / Lichter” in Lightroom 4 regeln. Sonst ist an dem Bild nicht viel gemacht: Schärfe, Sättigung, Tonwertkorrektur und das teilweise Entfernen der Lens-Flares. Mühsam war allerdings das Aufspüren und Wegstempeln der zahlreichen Sensorflecken. Der 53,7 x 40,4mm große Sensor war von Partikeln gerade so übersät.

Hier mal das Bild in der 100% Ansicht:

Wer möchte, kann sich auch das Bild in Originalauflösung herunterladen (48MB). Diese beträgt übrigens 10328 x 7760 Pixel!

Was dieser Spaß nun Kostet? Naja…die Topversion kostet etwa schlappe 42.000€ netto. Passende Objektive von Phase One, Zeiss, oder Schneider-Kreuznach liegen zwischen 800 und 6.000€. Falls jemand mit einer solchen Kamera liebäugeln sollte, es gibt auch noch die Möglichkeit, werksüberholte Digitalbacks zu kaufen. Da liegt der Einstieg bei etwa 13.000€. Mieten kann man diese Kamera bei einschlägigen Rent-Service-Betrieben für etwa 250€ / Tag.

Ich fahre heute Nachmittag mit der Kamera für das Wochenende nach München und Montag bin ich in Köln. Freut euch also auf weitere, GROSSE Fotos ;)

 

Bildband: Berlin in HDR // (4) Im Plenarsaal des Reichstags

Im Rahmen meines Berlin Besuchs hatte ich die Möglichkeit über den Besucherdienst des Reichstags auf die Besuchertribüne des Plenarsaals im Reichstag zu kommen.

Dort wurde ein Vortrag über den Bundestag im allgemeinen Geboten, der etwa eine Dreiviertelstunde dauert und auch für Menschen, die sich – im Gegensatz zu mir – nicht besonders für Politik interessieren etwas sein könnte, da das ganze recht frisch mit etwas Witz aufgemacht ist.

Wichtig ist jedoch zu beachten, dass man sich für solche Vorträge, für den Kuppelbesuch und auch für Führungen durch das Reichstagsgebäude rechtzeitig, am besten Online, anmelden muss. Leider hat es deswegen bei mir nicht mit einer Führung geklappt, da die Plätze dafür schon ausgebucht waren.

Besuche im Reichstag sind übrigens generell kostenlos! Beziehungsweise sie wurden vom Steuerzahler (wer auch immer das sein mag :-D) schon vorbezahlt. ;-)

Auf der Besuchertribüne habe ich natürlich jede verfügbare Sekunde vor und nach dem Vortrag genutzt um möglichst viele gute Bilder zu machen. Das Stativ durfte ich leider nicht mit hineinnehmen, wobei sich das Hauspersonal da etwas unsicher war. Das heisst, dass mit etwas Druck meinerseits da vielleicht mehr möglich gewesen wäre. Das war jedoch nicht nötig gewesen, da ich mein Bohnenkissen dabei hatte und somit einfach die Kamera auf den Geländern ablegen konnte. Das ganze ist zwar etwas weniger Flexibel als ein Stativ aber dafür habe ich es bisher wirklich an jeden Ort der Welt mitnehmen dürfen! :-) Da es im Plenarsaal nicht besonders hell ist sind HDR-Bilder generell nur mit Stativ oder eben Bohnensack möglich! Beide Bilder wurden übrigens mit 11mm Brennweite an meiner Crop-Kamera EOS 7D gemacht…

Hier die Ergebnisse für euch… ;-)

 

 

 

 

 

DTM Saisonauftakt 2012 in Hockenheim

Hallo Leute,
euch allen einen frohen ersten Mai! Herzlich Willkommen an alle, die noch oder schon wieder wissen, was ein Blog ist. Kinder, Alkohol ist böse! Nein, Spaß beiseite… :P

Ich war das gesamte Wochenende sehr viel unterwegs und wie versprochen hab ich heute die Bilder vom DTM Saisonauftakt in Hockenheim für euch. Das Wetter hat es an beiden Tagen gut gemeint. Nachdem es am Samstag bis zu 33°C hatte, war der Sonntag etwas milder. Ich war zwar nur sonntags da, aber es hat trotzdem für einen ordentlichen Sonnenbrand gereicht!

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist neben Audi und Mercedes auch wieder BMW als dritter Hersteller in der DTM vertreten. So sind es nun 22 Autos, 4 mehr als noch im letzten Jahr. Das hat dafür gesorgt, dass auch viele Fahrer den Rennstall gewechselt haben. Martin Tomczyk oder Bruno Spengler fahren beispielsweise jetzt für BMW.
Laut Streckenkommentator waren die Tribünen nahezu alle ausverkauft, was bedeutet, dass etwa 90.000 Menschen den Weg zum Hockenheimring gefunden haben!

Nach dem Rahmenprogramm, wie dem Porsche Carrera Cup ging es um 14:03 Uhr dann in die Einführungsrunde:

Unsere Plätze waren zwar nicht schlecht, aber ich mag es bei solchen Veranstaltungen nicht, stundenlang auf einem Platz zu sitzen. Zum Glück konnte ich mich praktisch frei entlang in Richtung der Kurve der Südtribüne bewegen und überall wo ein Platz frei war kurz ein paar Fotos schießen. Dadurch gibt es immer eine etwas andere, interessante Perspektive.

Wie schon im DTM-Teaser geschrieben, habe ich mich besonders auf die komplett neu konstruierten Rennwagen gefreut! Durch ein verschärftes Reglement sind nun alle Hersteller dazu verpflichtet, kostenintensive und sicherheitsrelevante Teile einheitlich zu verwenden. So sind bei allen Fahrzeugen etwa 50 Teile identisch. Das betrifft vor allem Teile wie Heckflügel, Bremsen, gewisse Aerodynamik-Teile, aber vor allem die einheitliche Carbon-Monocoque Sitzeinheit mit Stahl-Überrollkäfig. Durch die Anlehung an die Formel 1 soll die Sicherheit deutlich erhöht werden, während die Kosten für die Entwicklung deutlich fallen. Beim Motor, dem Getriebe und deren Abstimmung haben die Teams jedoch einige Freiräume.

Das ist der nagelneue BMW. Die anderen beiden Teams, so wie viele Fans haben erwartet, dass BMW zwar gut sein wird, aber mit einem respektablen Abstand auf Audi und BMW hinten liegt. Doch die Leistung, die die BMW zeigten war überraschenderweise enorm stark!

Alle Fotos von den Autos habe ich mit der EOS 7D und meinem EF-300mm f2.8 L IS USM gemacht. An der 7D ergibt das durch den 1,6x Crop-Faktor eine effektive Brennweite von 420mm. Wie ihr seht, kann sich die Bildqualität der 7D bei Tageslicht und Sonnenschein absolut sehen lassen. Und durch den Crop-Faktor “braucht” man auch keine Linsen wie das 400mm f2.8. Allerdings beneide ich die “Kollegen”, die mit den Presseleibchen und teilweise bis zu 600mm oder 800mm herumrennen, schon etwas. Um die Rückenschmerzen aber sicherlich nicht :P

Das Rahmenprogramm der DTM hat einiges geboten. Natürlich war ich auch in der Boxengasse und dem Fahrerlager unterwegs. Mit etwas Glück trifft man im richtigen Augenblick viele interessante Leute, Promis oder Fahrer. In meinem Fall war es Motorsport-Experte Wolfgang Rother, Sportmoderator unter anderem für Sport1 und Sky für die Formel 1, oder wie hier für die Audi VIP-Gäste der DTM:

Aber auch Michael Schumacher und Nico Rosberg waren vor Ort, um in ihren Mercedes-GP Formel 1 Autos ein paar Runden zu drehen. Nachdem Michael vor der Mercedes-Tribüne ein paar Donuts gedreht hat, ist er dort hinten ausgestiegen und ins Mercedes VIP-Zelt gelaufen. Glücklicherweise war ich genau dann auch dort:

Im Fahrerlager hatte jeder Hersteller typischerweise seinen “Palast” aufgebaut. Es ist wirklich beeindruckend, wie riesig die “VIP-Quarters” sind. Audi, BMW und Mercedes hatten davor jeweils ihre Top-Modelle (C63 AMG Black Series, M6, RS6 usw.) ausgestellt. Ein besonderes Highlight war für mich ein Mercedes SLS-AMG mit wahrscheinlich allen Extras, die Man(n) bei AMG im Performance Programm für Geld kaufen kann. Der Grundpreis eines SLS liegt grob bei 180.000€. Das ausgestellte Modell brachte es auf über 360.000€. Dafür verantwortlich waren beispielsweise eine Sonderlackierung (Unikat!) für 35.000€, Sonder-Lederausstattung mit Kontrastnähten für 70.000€,
Leistungssteigerung, Carbon-Keramik Bremsscheiben, Carbon-Paket, usw.!

Wie bisher jedes Jahr hatte Mercedes für seine besten Kunden eine AMG-Erlebniswelt an der Mercedes-Tribüne eingerichtet. Vor der ohnehin schon eindrucksvollen Kulisse stand so ziemlich das gesamte AMG-Portfolio der Kunden mindestens einmal dort. Komischerweise kam es mir vor, als wäre ein oben genannter SLS-AMG “normal” … denn es waren gleich 13 (!) allein in einer Reihe gestanden!

Weiter hinten beim Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums haben Fahrer der AMG-Diving-Academy für VIP-Gäste ein besonderes Programm aufgebaut. Man konnte ein paar Runden auf dem Parcour in Autos wie dem C63 AMG, SLK 55 AMG oder E500 Coupé mitfahren… im Volldrift! Sehr eindrucksvoll ;)

Gehen wir wieder zum eigentlichen Rennen zurück. Ich glaube so spannend war die DTM seit Langem nicht mehr. Durch die ähnliche Performance liegen alle sehr eng beieinander. Und wenn es zu eng zugeht, bleiben Berührungen und Rempler nicht aus, wie in diesem Fall beim BMW. Hier sieht man auch sehr gut, wie viel Gummi gegen Ende des Rennen auf der Strecke liegt. Das hier ist die letzte Kurve vor der Start- und Zielgeraden. Hier wird nochmal stark angebremst und schnell rausbeschleunigt.

Gerade gegen Ende rückte die Spitze noch etwas zusammen, weil die Reifen immer weiter abbauten und bei einigen Teams das große Pokern um die Haltbarkeit losging. Dadurch kamen interessante Verfolgungsjagten und Überholmanöver zustande.

An der anderen Kamera hatte ich mein EF-70-200mm f2.8 L USM II montiert. Das war die ideale Brennweite, um von meinem Standpunkt aus Mitzieher zu probieren. Hierzu ist es notwendig, eine möglichst “lange” Verschlusszeit (ca. 1/50s – 1/100s) zu wählen, damit beim Mitziehen der Hintergrund verwaschen wird. Die Schwierigkeit dabei ist aber, genau mit der Fahrzeuggeschwindigkeit mitzuziehen, da sonst auch das Auto unscharf wird. Dazu muss man etwas herumprobieren. Idealerweise nimmt man zum Mitziehen ein Einbeinstativ, dann bleibt man in der Horizontalen stabil.

Nach vollendeten 40 Runden kam der Brite Garry Paffett mit einer Zeit von 1:04:37.615 in seinem Thomas Sabo Mercedes AMG C-Coupé vor Jamie Green, ebenfalls im Mercedes, als erster ins Ziel. Andy Priaulx wurde im BMW mit 28 Sekunden Rückstand leider nur Sechster.